Interview mit Katrin Eismann

Wer ist Katrin Eismann?
Katrin arbeitet seit 1989 mit digitalen Bildern und der dazugehören Software.
Sie hat Kunden wie Adobe Systems, Nikon USA, Apple Computer, Time-Life Inc., und Walt Disney Company.
Momentan leitet sie den Lehrstuhl der SVA in NYC für „Masters of Digital Photography“ und ist sehr glücklich damit.
Sie hat uns für Photoshopnonstop ein Interview gegeben worüber wir sehr sehr dankbar sind.

Hallo Katrin, danke dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast.
Es ist eine große Ehre für uns.
 
Durch Bücher wie „Maskieren & Composing“ und „Restauration und Retusche“, die ein Highlight auf dem deutschen Photoshop-Markt sind, ist dein Name in Deutschland sehr bekannt.
Er hört sich deutsch an und du sprichst deutsch, dadurch stellt sich natürlich die Frage, ob du deutsche Verwandtschaft hast oder ob du jemals in Deutschland wars.

Ich bin eine Amerikanerin der ersten Generation, deshalb auch mein Name und meine Vorliebe für Schokolade.
Beide Elternteile von mir waren aus Deutschland, meine Mutter kam ursprünglich aus Saarbrücken und mein Vater aus Berlin, auch mein Bruder wurde in Hamburg geboren bevor meine Eltern nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika auswanderten.
Ich spreche Deutsch in einer etwas anderen Weise – einzigartig und flexibel in der Übersetzung. ;-)
Nach dem Abitur in den Staaten lebte ich 9 Jahre in der Region Stuttgart/ Esslingen, ich kann zwar kein Schwäbisch, dafürliebe ich Käsespätzle.
Zwei Mal im Jahr besuche ich meine Mutter und meinen Bruder, die in einer kleinen Stadt im Schwarzwald leben.

 

2005 wurdest du in die „Photoshop Hall of Fame“ aufgenommen.
Wie hast du diese Nachricht bekommen und wie hast du darauf regiert?

Ein aufregender Moment – Scott Kelby rief mich an und überbrachte mir die gute Nachricht, er sagte, dass mir die NAPP(National Association of Photoshop Professionals) einen Eilbrief schicken würde um es offiziell zu machen.
Es war sehr wichtig für mich, dass ich zu Mark Pawlinger und Bruce Fraser, größter Experte für Farbmanagement und Bildverarbeitung, in die Hall of Fame aufgenommen wurde.
Bruce hatte einen gewaltigen Einfluss auf Photoshop und Lightroom und er wird schmerzlich vermisst.Mark ist ein brillanter Softwareentwickler, der unermüdlich an vielen Photoshopversionen mitarbeitete.
Alles in Allem war es eine riesen Ehre in eine solch berühmte Runde aufgenommen zu werden – alle die ich bewundere, vondenen ich gelernt habe und die uns alle inspiriert haben uns und unsere Bilder zu verbessern.

Kannst du einen Tag in deinem Leben beschreiben?  
Wann stehst du auf und wann gehst du ins Bett und vor allem, was machst du dazwischen?

Mal früh, mal spät – viele Pixel, Meetings, Schriftverkehr und viel Schokolade!
Nein im ernst – ich stehe zwischen 6 Uhr und 7 Uhr früh auf, trinke einen Kaffee und lese eMails während das Büro noch ruhig ist und das Telefon nicht klingelt.
Dann arbeite ich entweder an Bildern, neuen Artikeln oder Kursen.
Im Winter versuche ich oft Zeit zu finden, um einen Spaziergang im Freien zu machen um meinen Kopf frei zubekommen von Software Fenstern und email-Verkehr.
Wenn es wärmer ist, dann jogge ich. Jedoch ohne einen iPod oder Musik, der Rhythmus des Laufens hilft mir über neue kreative Ideen/ Lösungen oder neue Bilder nachzudenken.
Am Abend freue ich mich über ein Essen mit meinem Ehemann, einem Glas Rotwein. Normalerweise arbeiten wir beide an emails oder Bildern in unserem Arbeitszimmer.
Wir denken beide, dass die Bilder des anderen besser und interessanter sind, als die eigenen.

Ist es wichtig zu studieren, um ein guter Retuscheur oder digitaler Künstler zu werden?

Es gibt viele Wege zu studieren – Kurse, Workshops, Tutorials, üben, üben, üben.
Am wichtigsten ist es, seine Arbeiten anderen zu zeigen.
Alles in allem sind digitale Bildbearbeitung und digitale Fotografie ein Handwerk, für das man viel lernen muss, niemand wird als Photoshop-Experte geboren.

Was sind die „Dont’s“ wenn man Photoshop lernt und sich verbessern möchte?

Einer der größten Fehler ist es, auf Zweifler zu hören, die sagen „Das ist nicht gut, du hast deine Zeit verschwendet, so und so wäre es besser“.
Darauf sollte man nicht hören, man sollte so hart arbeiten, wie man kann und die eigenen Vorstellungen und Visionen werden sich entwickeln.
Ein anderer Fehler ist es, nicht nach anderen Arbeiten und Fotografen zu schauen, niemand kann in einem Vakuum ohne äußere Einflüsse kreativ sein.
Kurz gesagt: Schauen, lernen, üben, Eindrücke teilen, mit der Arbeit wachsen.

Was machst du in deiner Freizeit? Was gefällt dir?

Ich liebe es an der frischen Luft zu sein, lange Spaziergänge, Golf spielen, Fotos machen – einfach weg von allem zu sein, was irgendwo eingesteckt ist und Strom benötigt.
Drei bis fünf mal die Woche trainiere ich auch – dauernd am Computer zu sitzen ist kein besonders gesunder Lebensstil.
Mein Ehemann und ich lieben es Filme zu schauen, alte, neue, Computer generiert, Thrillers, Dramas oder Komödien – die Möglichkeit zu haben jeden Film zu bestellen oder im Internet anzuschauen ist ein super Weg, um ein besser Künstler zu werden.

 

Du reist um die ganze Welt und stellst deine Arbeiten vor. Wann kommst du nach Deutschland?
Hättest du dir als Kind vorstellen können mal so ein Leben zu führen?

Seit ich am Lehrstuhl für „Mastern in Digital Photoshography“ an der „School of Visual Arts“ in New York City bin, reise ich weniger, was schön ist.
Dieses Jahr werde ich vom 08.03.2009 – 10.03.2009 in den Niederlanden sein und im November in Rom (Näheres gibt es auf meiner Website).
Letztes Jahr war ich in Tasmanien, es war sehr schön dort – irgendwann muss ich auch mal nach Afrika, es gibt dort so viel zu sehen und zu entdecken. 
Als Kind wollte ich Tierärztin werden. Ich war nach Hunden und Pferden verrückt und habe damit meine Mutter auch ein bisschen verrückt gemacht.
Schüchtern war ich nie!

Dieses Interview wurde von Calvin Hollywood geführt und von Tino Wehe übersetzt. 

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2 Kommentare zu “Interview mit Katrin Eismann”

  1. Dominic sagt:

    Huhu Calvin & Tino,
    vielen Dank für das Interview mit Katrin Eismann. Sehr interessant.

    LG Dominic

  2. Thomas Gauck sagt:

    Katrin Eismann liebe ich wegen ihrem Können und nicht zuletzt wegen ihrer offenen, ehrlichen und bescheidenen Art. Ich konnte aus ihren Büchern viel lernen und kann diese nur empfehlen.
     
    Thomas

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