Hilfe, ich verliere die Übersicht!

EbenenHallo Blogleser,

manch einer von euch mag das kennen: Beim Bildbearbeiten entsteht Ebene um Ebene und man verliert irgendwie irgendwo irgendwann plötzlich ein klitzekleines Bisschen ;) die Übersicht. Ebenen benennen macht auch keinen Spaß und erfordert viel Disziplin – was soll man da nur tun?

Also eins ist – trotz der totalen Übersichtlichkeit – der denkbar schlechteste Weg: Das ständige Reduzieren auf die Hintergrundebene! Wer so arbeitet, zeigt damit deutlich – selbst wenn am Ende dieser Tortur die großartigsten Bilder entstehen – dass sein Verständnis von Photoshop und seinen Vorteilen noch sehr gering ist. Denn wer so arbeitet, hat ein Riesenproblem, wenn erst später auffällt, dass bei einem der vorherigen Bearbeitungsschritte ein Fehler aufgetreten ist. Das heißt im schlechtesten Fall: Alles nochmal neu machen! Arbeitet man für einen Kunden, der sich ständig umentscheidet, wäre man so also ständig nur am "Neumachen", statt einfach nur die störenden Details zu korrigieren. Das kann es also nicht sein!

Ebenen sind euer Freund! Also scheut euch nicht, sie auch einzusetzen. Den Überblick behaltet ihr dabei so:

 

1. Strukturiert vorgehen

Das Grundprinzip ist ganz einfach: Immer vom Großen/Einfachen zum Feinen/Komplizierten!

Bei einer Fotobearbeitung heißt das für mich: Je höher ich im Ebenenstapel bzw. innerhalb einer Gruppe komme, umso kleiner und feiner sind die Änderungen, die ich dort vornehme. Zuerst entferne ich beispielsweise einen allgemeinen Farbstich, dann ändere ich lokal die Farben, wenn durch Mischlicht zusätzliche Farbstiche im Bild sind. Ebenso wird zunächste der Gesamtkontrast optimiert und dann erst die lokalen Kontraste. Wenn man so vorgeht, braucht man die Ebenen kaum benennen, da sie ja nach dem "Detailgrad" bereits sortiert sind.

 

Für dieses Vorgehen gibt es zwei Ausnahmen:

A.
Das Entrauschen, wo man sich ja um sehr kleine Details kümmert. Entrauscht wird immer zuerst, weil man in weiteren Bearbeitungsschritten das Rauschen vielleicht verstärken könnte und es dann schwerer zu entfernen ist.

B.
Eine weitere Einschränkung resultiert daraus, dass man in Photoshop zur Zeit noch nicht wirklich alles komplett nondestruktiv anwenden kann. Wenn man zum Beispiel auf einer neuen Ebene(nkopie) stempelt oder verflüssigt, dann ist zwar an sich nondestruktiv, jedoch muss man bei Änderungen an der Originaldatei hier nochmal nacharbeiten, weshalb sie ja doch irgendwie destruktiv sind. ;) Deshalb eine weitere Regel: Destruktive Bearbeitungsschritte immer so früh wie möglich ausführen!

 

2. Nondestruktiv vorgehen

Nondestruktiv zu arbeiten heißt so zu arbeiten, dass man jederzeit jeden Schritt anpassen oder rückgängigmachen kann. Das geht in Photoshop mit Einstellungsebenen und Smartfiltern problemlos. Und bei allem, was man nondestruktiv anwenden kann, ist die Reihenfolge völlig egal, da man ja jederzeit später alles ändern kann. Die Regeln "Man entrauscht zu Beginn" bzw. "Man schärft erst zum Schluss!" gelten also nicht mehr – sofern man komplett nondestruktiv vorgeht. Ich kann ein Smart Object erstellen, direkt schärfen, einen Haufen Einstellungsebenen darüber anlegen und wenn die Schärfung dann zu stark ist: Kein Problem!

 

3. Wichtige Schritte zusammenfassen und mit Kürzeln benennen

So ganz kommt man um das Umbenennen und Gruppieren von Ebenen aber nicht herum. Gerade wenn man eine Photoshopmontage mit über 100 Ebenen hat, geht es nicht mehr anders. Damit es dabei möglich einfach bleibt, habe ich mir ein System entwickelt, mit dem ich auf einen Blick erfassen kann, was eine Ebene tut und mit nciht mehr als drei Mausklicks jedes beliebige Objekt meiner Montage erreichen kann. Nur mal ein paar Beispiele:

A.
Jedes Objekt erhält eine eigene Gruppe. Sämtliche Korrekturen für dieses Objekt werden darin zusammengeklammert.

B.
Ich nutze Shortcuts und Abkürzungen. Gruppe erstellen = STRG+G. Zum Umbenennen habe ich mir auch einen Shortcut angelegt, weil das Doppelklicken auf den Ebenennamen, bissel lange dauert. ;) Ebenenmodi vermerke ich im Namen der Ebenen mit Abkürzungen, z.B. M = Multiplizieren; habe ich beispielsweise eine Gradationskurvenebene mit der Bezeichnung M, weiß ich mit Sicherheit, dass es sich hier um einen Schatten handelt. Für was anderes setz ich diese Kombi nur selten ein. ;) Auch an der Maske lässt sich oft leicht erkennen, wo und wofür eine bestimmte Ebene dient.

C.
geht man konsequent nondestruktiv vor, dann kann man nachträglich die gesamte Datei einfach neu sortieren. Das mache ich manchmal, wenn mir ein spielerisch entstandener Bearbeitungsstand gefällt: Ebenen markieren > Neue Gruppe > Namen vergeben. Fertig.

 

Links mal ein typisches Ebenenbeispiel von einem meiner Bilder. Die Übergruppen hab ich mal rot markiert. Zusammengeklappt ist das Ganze sehr übersichtlich. Also für mich! Und nur darum geht es – wenn ihr nicht gerade mit diesem Bild Photoshop unterrichten wollt: Ihr allein müsst euch in euren Dateien zurechtfinden!

Also einfach mal etwas bewusster bearbeiten! Dann ist das ganz einfach, den Überblick zu behalten! Wenn man eine Ebene mit einem bestimmten Objekt mal partout nicht wiederfindet noch ein Tipp: V drücken und dann Rechtsklick über dem Objekt. Photoshop zeigt dann schön säuberlich alle Ebenen an, die unter der Cursorposition eine Rolle spielen!

 

Soviel zur heutigen Gute-Nacht-Geschichte. Schlaft gut! :D

 

LG Olaf (10dency)

olaf-giermann.de

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3 Kommentare zu “Hilfe, ich verliere die Übersicht!”

  1. Danke Olaf für die Tipps. Nach genauerer Betrachtung der Ebenenpalette würde mich jetzt allerdings noch das dazu gehörige Bild interesieseren :-D

    Liebe Grüße
    Christian

  2. Calvin Hollywood Calvin sagt:

    Daumen hoch für den heutigen Post
    Danke

    lg Calvin

  3. [...] Eigentlich kenne ich recht wenig Leute, die sich Hobbyfotograf nennen und nicht in Photoshop versuchen die ein oder andere Verbesserung zu machen. Olaf Gierman ist ja so ein Photoshop Guru. Ein kleiner Artikel über Ebenen und das ganze andere Zeugs. Kurz aber gut und vorallem nicht zu technisch. Hilfe, ich verliere die Übersicht! | PhotoshopNonstop BLOG. [...]

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