Hällihallo!
Heute möchte ich mal ein Wort zu Freistell-Plugins verlieren. Also Plug-ins in Photoshop, die einem die Freistellarbeit erleichtern sollen.
Das beste Ergebnis beim Freistellen erzielt man immer noch mit Handarbeit und passendem Know-How in Photoshop (und optimalerweise natürlich entsprechend geeigneter Fotografie). Bis eines fernen Tages Künstliche Intelligenz in unsere Rechner Einzug hält, die wie wir erkennen bzw. einschätzen (!) kann, wo eine Objektkante auch bei miesesten Kontrastbedingungen verläuft, wird das auch immer so bleiben. Aus diesem Grund gehe ich auf meinem in wenigen Tagen erscheinenden Videotraining "Freistellen mit Photoshop" auch nicht auf der DVD, sondern nur in den Zusatz-Downloads auf Plug-ins ein, sondern benutze nur Photoshop und seine Möglichkeiten. Wollt ihr mal den Trailer sehen?
Aber Qualität ist ja nicht alles. Auch die Zeit, die man zum Freistellen benötigt, ist ja begrenzt. Und wenn Eile am Mann ist und Qualität nicht das ausschlaggebende Kriterium ist – DANN kommen gern mal Freistell-Plug-ins zum Einsatz (oder man muss tricksen wenn es denn passt; ein paar Dinge zeig ich da auch in dem Videotraining).
In Photoshop gibt es ja dazu den Extrahieren-Filter, den man in Photoshop CS4 nachinstallieren muss. Manche finden das doof, ich finde aber Adobe hat das richtig gemacht! Vom Nachinstallieren in CS4 würde ich auch abraten, da der Filter keine wirklichen Vorteile bringt. Man muss die Kanten markieren, dann die Kanten wieder und wieder mit verschiedenen Werkzeugen nachbearbeiten, so dass ein giutes Ergebnis entsteht – nee, also da ist man mit Handarbeit in jedem Fall schneller und besser am Ziel!
An Plug-ins von Fremdherstellern gibt es ja auch so einige: FluidMask, MaskPro, Primatte Chromakey … Die hab ich mal vor längerer Zeit getestet und für mich festgestellt, dass für mich vor allem letzteres in Frage käme, wenn, ja WENN (!), ich ständig vor blauem oder grünem Hintergrund fotografieren würde. Da macht Primatte Chromakey echt einen super Job und entfernt den Hintergrund und seine Farbreste in Nullkommanix, wo man in Photoshop für die gleiche Qualität doch etwas länger herumtricksen muss. Aber das Ganze ist eben sehr speziell auf diesen einen Anwendungszweck ausgerichtet. Und ich fotografiere in erster Linie vor wechselnden Hintergründen, so dass sich für mich persönlich der Kauf nicht lohnen würde. Vielleicht ist das bei euch ja anders …
FluidMask und MaskPro machen ihren Job prinzipiell ganz gut. Was mich persönlich störte: Ich konnte in den meisten Fällen mit geeigneten Kanalberechnungen und Maskenanpassungen für mich allein mit Photoshop schneller ein besseres Ergebnis erzielen. Das kann aber auch daran liegen, dass beide Plug-ins doch recht komplex sind und eine eigene Oberfläche besitzen. Da muss man sich also genauso einarbeiten wie in Photoshop, um wirklich davon zu profitieren. Da macht es IMHO keinen Unterschied, ob man die entsprechenden Kniffe im Plug-in oder in Photoshop nicht kennt. In Photoshop ist zum Freistellen aber klar mehr Vorwissen erforderlich, so dass ich jedem empfehlen würde, einfach mal selbst zu testen, ob sich das Plug-in für ihn persönlich lohnt.
Ein neues Plug-in möchte ich euch aber aus meiner ganz subjektiven Sicht mal zum Testen empfehlen: Topaz ReMask. Neben dem fairen Preis hat das Teil für mich im Vergleich zu seinen Mitbewerbern schon mal einen großen Pluspunkt: Man kann die normale Photoshop-Oberfläche zur Vorbereitung der Maske benutzen und muss sich nicht durch eigene Dialoge und fremde Werkzeuge quälen! Obwohl … so eine Eigene-Oberfläche-Quälversion
ist als kostenlose und – puh!
glücklicherweise – Dreingabeoption für die nahe Zukunft geplant.
Keine eigene Oberfläche heißt: Man legt einfach eine Maske an, markiert die zu optimierenden Bereich mit grauem Pinsel (egal welcher Grauton!) und füllt die zu löschenden Bereiche mit Schwarz. Das ist es schon! Dann startet man das ReMask-Plugin, welches sich erheblich besser als der obsolete Adobe-Extrahierenfilter um die Optimierung dieser Bereiche kümmert. Es gibt keinen Dialog oder sowas – die Optimierung erfolgt vollautomatisch. Und sehr cool finde ich auch, dass man den zu optimierenden Bereich mit einer (Lasso-)Auswahl einfach eingrenzen kann. Ist in einem Bildteil die Freistellung bereits gelungen, in einem anderen aber noch nicht, dann markiert man den entsprechenden Bereich mit Grau, legt eine Auswahl drum und schickt den Filter einfach nochmal oder ausschließlich über diesen Bildbereich. So kann man das auch einfachst für Farbkorrektur-Maskierungen und dergleichen einsetzen.
Deshalb find ich diesen Filter richtig gut! Das Prinzip ist einfach, wirklich schnell und … ja, soviel ist klar – aber ist es denn auch gut?
Leider: In der Qualität sind auch hier trotz neuester Bilderkennungsalgorithmen keine Wunder zu erwarten. Wer sich mit Masken, Kanälen und Kanalberechnungen wirklich auskennt, wird über manche Ergebnisse nur müde lächeln können und schafft besseres in etwas mehr oder sogar weniger Zeit. DAS setzt halt einiges an Wissen voraus.
Aber wenn wir die ganze Expertise mal außen vor lassen, dann muss ich zugeben, dass ReMask gute Arbeit macht! Sowas hätte ich mir vor 3 Jahren gewünscht, als ich unter "Kanalarbeit" noch "Fäkalien-aus-einem-Rohr-kratzen" verstanden habe.
Das soll heißen: Für Anfänger und Fortgeschrittene ist das eine klare Empfehlung! Ich selbst werde das auch für mich mal einsetzen, wenn das Bild die nötigen Kontraste hergibt. ReMask macht komischerweise bei filigranen, komplexen, haarigen Motiven einen besseren Job als bei für uns Menschlein klar erkennbaren Kanten. Bei diesen muss/sollte man einen recht kleinen Pinsel benutzen. Vor fotografischen neuen Hintergründen wird die Freistellung oft recht gut überblendet. Nacharbeit ist aber auch da nötig. Klar: Farben und Kontraste müssen natürlich angepasst werden.
Auf der Herstellerseite findet ihr einige Beispiele, ich zeig euch hier mal eins von mir. So auf die Schnelle: Haare vor klarem Hintergrund. Ich hab jetzt keine Stoppuhr daneben gehabt. Aber mit Shortcuts oder den ReMask beigefügten Aktionen und etwas Übung liegt man in etwa bei den angegebenen Zeiten. Also Ebene duplizieren, Maske anlegen, Grau Kontur malen, Außenbereiche mit Schwarz füllen (="Tri-Maske" aus Weiß, Grau und Schwarz) und ReMask starten. Klar: Das Ergebnis kann man mit etwas weniger Eile noch erheblich verbessern und vor allem auch nachbessern.
Entweder mit verfeinerter Grauauswahl VOR der ReMask-Anwendung oder indem man einfach die Maske nach ReMask noch nachbelichtet. Die klaren Kanten an den äußeren Haaren finde ich jedenfalls schon mal recht gelungen.
Ganz rechts außen mal mein Ergebnis in knapp unter zwei Minuten mit Maske aus dem Blaukanal und grobem Nachbelichten/Abwedeln. Klar ist das jetzt besser, hat aber im Vergleich zu ReMask auch ein paar Jahre gedauert das (in dieser Zeit) zu lernen.
Und noch mal ein anderes Beispiel vor etwas unruhigerem Hintergrund:
Für den geringen Aufwand sieht das echt brauchbar aus, finde ich!
Gut, soviel dazu für heute. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt – der Blog und Photoshopnonstop.de stehen euch jederzeit zur Verfügung!
LG Olaf (10dency)
olaf-giermann.de

Hallo Olaf!
Die Ergebnisse mit Remask finde ich aber sehr gelungen. Für Anfänger scheint es ziemlich gute Ergebnisse zu bringen und wenn man die Grundmaske ja noch nachbelichten und abwedeln kann, dürfte ich mir ev. 2 Jahre sparen können
Deinen Blog werde ich mir auch speichern. Bin auf der Suche nach Maskierungsplugins auf dich gestossen. LG Fred
[...] zu dem furchtbaren Extrahierenfilter, den man in Photoshop CS4 erst nachinstallieren muss. Plug-ins gibt es ja auch einige und viele sind sehr kompliziert und teuer, manche sind einfach und nicht [...]