Photoshop-Versionen …

Hi Leute,

heute möchte mal auf etwas eingehen, was immer wieder gefragt wird: Welche Photoshop-Version soll ich kaufen? Welche reicht für mich? Was fehlt mir, wenn ich noch eine ältere Photoshop-Version habe?

Heute: Mein Rückblick auf die bisherigen Photoshopversionen

Ich gebe keine Kaufempfehlung und gehe auch nicht auf kursierende Raubkopien von Photoshop 6 ein. So wie im ganzen Blog, gebe ich auch hier mein subjektiv gefärbtes Wissen und meine persönliche Einschätzung weiter, weil ich denke, dass ein einfaches Aufzählen von Fakten langweilig ist.

Eins ist klar: Die Photoshop-Version, die mir am meisten Spaß macht, ist die aktuellste! Also Photoshop CS4. Das liegt ganz einfach an der neuen Oberfläche und den neuen grafikkartenbasierten-Funktionen – allen voran die intuitive Einstellung der Pinselspitzengröße der verschiedensten Werkzeuge, das Verschieben des Bildes aus dem Handgelenk, die Vogelperspektive und das Bilddrehen für einfaches Malen. CS3 fühlt sich dagegen einfach nur alt und lahm an, wenn man es einmal gewöhnt ist und tatsächlich die Möglichkeiten von CS4 konsequent ausnutzt. Nach anfänglichem Unbehagen bei der Anwendung des Korrekturbedienfelds und der Masken-Palette möchte ich diese mittlerweile auch nicht mehr missen. 

Naja, die offiziellen "Knaller-Features" von CS4 könnt ihr alle auf der Adobe-Homepage nachlesen und anschauen. Aber die haben mich noch nie wirklich zu einem Update bewogen. "Content Aware Scaling" in CS4 ist ganz klar eine tolle Sache – an jeder Ecke könnt ihr euch dazu Videos anschauen! Ich persönlich hab das bisher ein einziges Mal eingesetzt. Wer Webdesign macht, wird’s mit Sicherheit öfter benötigen.

Die kleinen, täglich wichtigen Dinge, die man ständig einsetzt und braucht – DIE sind es die zählen!! Alles, was mir weniger Klicks beschert und die Bearbeitung einfacher macht. Nur ein paar der für mich persönlich wichtigsten Beispiele, die mir spontan einfallen:

Photoshop 7:

Der Reparaturpinsel –  der machte kantenloses Stempeln so einfach wie noch nie zuvor. Und Texte erstellen war nicht mehr so furchtbar wie noch in Photoshop 6

Photoshop CS:

Der Tiefen/Lichter-Filter, der so einiges Ebenengehampel und fortgeschrittenes Verständnis weitgehend überflüssig machte. Und endlich: Verschachtelbare Gruppen!

Photoshop CS2:

Das war von CS4 abgesehen mein Lieblingsupdate schlechthin! Dafür spendiere ich spontan nochmal drei Ausrufezeichen: !!! ;)

Die modernisierte Ebenenpalette erlaubte erstmals intuitives Gruppieren und gemeinsames Transformieren und Verschieben ohne diesen Verkettungs-Unsinn, dann der Matter-machen-Filter für fortgeschrittene Entrauschungs- und Scharfzeichnungstechniken. Und mittlerweile auch unwegdenkbar: Die Verkrümmen-Option beim Transformieren! Smart Object gab es hier auch erstmals, obwohl sich hier ihre Funktion noch rein auf das Skalieren beschränkte. Sogar das klasse Ausbessern-Werkzeug wurde hier eingeführt, glaube ich. Ebenfalls: Fluchtpunkt und Objektivkorrektur! Und … Man konnte endlich eigene Shortcuts festlegen. Unglaublich, aber das war tatsächlich alles in einem einzigen Update enthalten! Was für ein Fest! :D  

Photoshop CS3:

Die erste Version mit echt brauchbarer, schneller Bridge, der RAW-Konverter bot endlich soviele Optionen, dass man schon viele Optimierungen dort vornehmen kann – auch für JPEGs! Smart Filter, die man nachträglich anpassen kann. Für mich die beste Verbesserung: Der neue Gradationskurvendialog. Eine coole Sache: Kante verbessern! Wer das nicht für Auswahlen und Masken (ja, die Anwendugn auf Masken ging auch schon in CS3!) benutzt, macht sich unnötig das Leben schwer! ;) Alles in allem wirklich nette Features, aber nix unverzichtbares … Hätte ich nicht CS2 zu einem Zeitpunkt gekauft, zu dem ich ein Gratis-Update auf CS3 inklusive hatte, hätte ich diese Version wohl übersprungen. Aber als das Update erst mal drauf war, wollte ich natürlich auf die Verbesserungen nicht mehr verzichten … Wie es so ist … ;)

Photoshop CS4:

Nunja … Mein Herz klopft noch! :D Das beste Photoshop, das ich je benutzt habe!

Um jetzt nicht weiter nur Vorteile aufzuzählen, sondern auch mal Nachteile zu nennen:
Ich musste mir hierfür einen neuen Mac kaufen! Also die Anforderugnen an den Prozessor und erstmals auch ganz erheblich entscheidend die verwendete Grafikkarte, sind schon nicht gering. Eine Sache, die mich davon abgesehen, doch ein wenig nervt, ist, dass man beispielsweise bei der Farbbalance nicht mehr auf die Linie der Regler klicken kann, um diese einzustellen, sondern man muss genau unter diese oder auf den Regler zielen – auch ein einfaches mit Nullen füllen der Werte mit der Tabulatortaste geht nicht mehr, ohne einen vorherigen Klick in ein Zahlenfeld.

Naja, ich kann’s gerade noch verschmerzen. ;) Die Vorteile überwiegen bei weitem! Die neue Oberfläche, die sich einfach auf Icons minimieren lässt, die beste bisherige Bridge, lokale Korrekturen in ACR, stark verbesserte Stempelpalette, erheblich verbesserte Farbauswahl, die ganzen bereits ganz oben genannten Dinge, die Dynamikebene, Direkt-im-Bild-klicken-und-ziehen für einige Einstellungsdialoge usw. Alles in allem hat sich meine Arbeitsweise dadurch nachhaltig verändert. Sie ist noch schneller und direkter geworden!

Klar, jeder muss für sich entscheiden, was ihm wichtig ist. Und mir ist wichtig: Performance, Direktheit aller Aktionen (Shortcuts) sowie das Management von Dateien mit mehr als ein Dutzend Ebenen. Für mich persönlich würde ich mit keiner Photoshop-Version unter CS2 mehr arbeiten wollen. Für einen puren Fotografen mag das schon wieder ganz anders aussehen.  Wer aber mit wenigen Ebenen auskommt, keine Gradationskurven benutzt, wenig an den Bildern retuschiert und nur einfache Grundkorrekturen vornehmen möchte – für den reichen auch ältere Photoshop-Versionen aus. Und vielleicht lohnt es sich auch mal, einen Blick auf Photoshop Elements zu werfen. Die aktuelle Version 8 enthält bereits einige Techniken, die es in Photoshop CS4 so noch gar nicht gibt. Gerade auch Anfänger haben es dort – auch ohne Coaching – durch viele Assistenten und klare, integrierte Erklärungstexte viel leichter zu ansehnlichen Ergebnissen zu kommen.

Aber ich komme ja mit Elements gar nicht (mehr) klar. Und ich hasse Mausklicken und Assistenten! Allen voran, den Windows-XP-Hund-Assi aus der ätzenden XP-Suche … Aber das ist eine andere Geschichte! ;)

LG Olaf (10dency)

olaf-giermann.de

Demnächst: Photoshop vs. Photoshop Extended. Wer braucht was?

Wertung: 5 stars



4 Kommentare zu “Photoshop-Versionen …”

  1. ungemeinfein sagt:

    Sehr interessant! Da ich erst mit CS3 eingestiegen bin, kenne ich die früheren Versionen nur aus Tutorials, Foren und Erzählungen. Nette Zusammenfassung, wie die heute selbstverständlichen Features erst Schritt für Schritt hinzukamen. Man kann sich kaum vorstellen, wie anstrengend die Arbeit mit den ganz frühen Versionen gewesen sein muss, verglichen mit dem Komfort, den die aktuellen Versionen dem User bieten! Und ebenso schwer vorzustellen, was wohl die zukünftigen Versionen noch mit sich bringen werden.

  2. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Calvin Hollywood, Nico Gubler erwähnt. Nico Gubler sagte: Gute alte #Photoshop Versionen ;) Wieviel leichter es heute doch ist http://ow.ly/uKgc [...]

  3. Lichtathlet sagt:

    Ich hab mit Photoshop 6 angefangen. Die Arbeitsweise entwickelt sich wirklich mit jedem Update weiter… gerade wenn man Shortcuts selbst definiert, was aber auch den Nachteil hat, dass man sich bei an fremden PCs mühsam durch die Menüs klicken muss, weil man seine eigenen Shortcuts nicht anwenden kann und die Standardkonfiguration schnell vergisst ^^

    Ich sollte mir mal wieder Photoshop 6 installieren, nur um CS4 noch mehr schätzen zu lernen…

  4. Hallo Olaf,
     
    meine ersten Erfahrungen habe ich mit PS 5.5 gemacht und ich war damals recht zufrieden mit der Version. Irgenwas hatte mich dann an den Nachfolgeversionen gestört, so das ich erstmal nicht geupdatet habe.
     
    Irgendwann kam dann CS2 und damit habe ich sehr lange gearbeitet. CS3 habe ich dann übersprungen und jetzt ist CS4 mein Werkzeug der Wahl.
     
    LG Marco

Einen Kommentar hinterlassen