Wie wurde das gemacht?

Hi Leute,

auch heute wieder mal ein bisschen Meinung von mir. ;)

"Wie wurde das gemacht?" bzw. "Wie macht man das?" oder "Wie geht das?" sind neben Schwarzweiß-mit-Bunt, Rahmen und 300 DPI so ziemlich die häufigsten Fragen in den Internetforen. Ob nun Dragan, Hill, Kinolook und was weiß ich …

Was mir dabei sauer aufstößt, sind Antworten wie "Warum willst du das wissen? Mach doch deinen eigenen Stil, statt nur andere zu kopieren!"

Warum ich diese Antworten nicht mag?

Entweder weiß derjenige wie es geht und macht ein Geheimnis draus oder derjenige weiß nicht wie es geht und tröstet sich damit, dass er ja seinen eigenen Stil hat.

Beides finde ich falsch. Wer als Bildbearbeiter besser werden will, kann sich nicht damit zufrieden geben, was er gerade kann. Und wenn er etwas nicht kann, dann sollte das doch Ansporn genug sein, die Vorgehensweise dahinter zu verstehen. Und wenn man dabei etwas neues lernt, dann kann man dieses Neue auch anwenden und irgendwann seinen eigenen Stil finden (wenn man das wirklich bewusst will!). Genau deshalb haben wir im Forum auch eine Kategorie "Wie wurde das gemacht?"

Falls jemand auf der "Vorbilder kopieren"-Stufe stehen bleibt, Bilder seiner Vorbilder womöglich 1:1 nachfotografiert und bearbeitet – dann ist das die andere Seite der Medailie – so jemand ist auch festgefahren. Und oft kopieren sich Leute auch gern selbst – das sind dann gern die, welche ein Geheimnis aus ihrer Technik machen. Denn dann könnten ja andere ihn ebenfalls kopieren. :)

Aber eins ist klar: Das ist Quark! Selbst, wenn ein Künstler alle seine Techniken offenlegt, wird nicht jeder die gleichen Bilder erzielen können. Ist wirklich so!

Ein einfaches Beispiel: Amy Dresser. Eine Künstlerin mit wirklich absolut beeindruckenden Bildern! Und wer Sie kennt, der weiß auch, dass sie mit ihren Techniken nicht hinter dem Mond hält und auf Fragen freundlich und offen antwortet. Und wer mal ein Seminar von ihr gesehen hat, wird sich wundern mit welchen einfachen Techniken sie ihre Bilder erstellt. Wirklich absolute Grundlagen! Und schon daran sieht man, dass die Technik fast unwichtig ist!

Ich hab schon einige Tutorials gesehen, wo ich technisch gesehen aus meiner Sicht (ich denke, ich kenne Photoshops Möglichkeiten recht gut ;) ) die Hände über den Kopf zusammenschlagen könnte: Unstrukturiert, umständlich, mit überflüssigen Schritten, destruktiv … Und dennoch kommen am Ende Bilder heraus, wo einem vor Bewunderung die Augen aus dem Kopf fallen. Das find ich sehr beeindruckend, zeigt aber vielleicht (!) auch, dass diese überaus talentierten Leute vielleicht keine Lust oder Zeit hatten ihre Photoshoptechnik weiterzuentwickeln.

Und nur darum geht es: Nicht aufhören Fragen zu stellen! Warum so? Und nicht anders? Geht das auch einfacher, schneller, besser? Und eben auch:

Wie wurde das gemacht?

Oder anders: Immer einen Kuchen nach dem anderen backen (Foto: von meinem Bruder, Model: meine Nichte, Bea: von mir für diesen Beitrag ;) ):

Weiterbacken! ;-)

;)

In diesem Sinne!

LG Olaf (10dency)

olaf-giermann.de

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4 Kommentare zu “Wie wurde das gemacht?”

  1. In der Kunst, und letztlich reden wir ja davon, ist es doch in der Regel so, dass man als Anfänger erst einmal versucht, andere zu kopieren um zu lernen wie es geht. Und dann entwickelt sich mit der Zeit der eigene Stil. Von daher finde ich solche Antworten, wie Du sie oben zitiert hast, auch daneben.

    Liebe Grüße
    Christian

  2. ben sagt:

    ich finde es gerade am anfang echt sinnvoll zu kopiern…und was heißt kopiern? der von dem man selbst kopiert ,kopiert doch auch von iwem ,der auch wieder von iwem kopiert.ich nehme mir oft zeitschriften ,guck mir ein bild an und schaue wie es gemacht wurde(blitze,bea,make up +co)
    und stelle es dann manchmal als übung sogar nach!so lernt man. aber dann stellt man fest das eigene model sieht in der pose gar nicht so gut aus und dann fängt man an zu transformieren.man ändert es ab und fügt seinen eigenen geschmack dazu.und so entsteht etwas völlig neues….aus einer kopie…ich finde ua. zb die bilder von calvin echt gut und hab super viel von “seinen” techniken gelernt.aber erfunden hat er sie ja auch nicht.also kopiere ich jetzt seinen stil ,wenn ich auch gerne tonal contrast, rauschen reduzieren und nen “geilen gelbstich” verwende?;)

    ich finde es richtig ,dass man seine karten offenlegt und nicht arrogant ist gegenüber anfängern.

    am ende zählt die kreativität..und das man mit seiner leidenschaft erflog hat..
    und das gönne ich jedem..so ist am ende das leben, da haben 2 den gleichen stil und am ende kriegt den auftrag der mit der personality…

    in diesem sinne gute nacht
    und gruß ben

  3. Calvin Hollywood Calvin sagt:

    Der erste Satz von Ben ist auch meine Meinung!!!!!!!
    Mir hat das kopieren anfangs sehr geholfen und ich hatte klare Ziele.
    Der eigene Stil kommt von alleine.
    Und daß sie viele Stile ähneln lässt sich nicht vermeiden.

    Kleine Anmerkung noch Olaf:

    Du hast Jill Greenberg mit Amy Dresser verwechselt.
    Amy Dresser hat 2 Jahre für Jill bearbeitet und legt ihren Stil offen.
    Seit kurzem auch auf Seminaren.
    Jill Greenberg dagegen rückt nichts raus und hat sogar einen Anwalt den sie einschaltet sobald sie ein kommerzielles Bild sieht was evtl. nach ihrem Stil gemacht wurde.
    Verrückt aber echt wahr.
    Hatte die Freue vor 2 Wochen einen aktuellen Bildbearbeiter von Jill persönlich kennenzulernen.

    Dabei sollte die Dame echt keine Angst haben.
    Evtl. liest sie ja deinen Post und sieht es dann eteas lockerer.

    lg Calvin

  4. 10dency 10dency sagt:

    Arrg, das ist mir eben auch gerade aufgefallen … *lach* Ich ändere das gleich mal … Nee, nee … muss and er Erkältung liegen … ;-)

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