Hi Leute,
Viveza 2 ist ab sofort hier verfügbar und es ist die runde Sache geworden, die ich hier angekündigt hatte. Mal ein paar Infos von mir für die, die keine Ahnung haben wovon ich gerade spreche und die, die mehr wissen wollen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Objektivität mit einigen eingestreuten Screenshots von einer kleinen Spielerei, wo ich Viveza getestet habe. Das Einschalten der Lampen ist hässlich und bitte ich zu ignorieren.
Aber auch das geht damit.
Viveza ist ein Plugin von NIK Software für Photoshop, Lightroom und Aperture. Mit dem man auf einem etwas anderen Wege als mit Photoshop Bildkorrekturen vornimmt. Das ganze ist in Photoshop als Smart Filter anwendbar und funktioniert auch für 16 bit Bilder.

Man hat zum einen Kontrollen für Korrekturen, die auf das ganze Bild wirken (Helligkeit, Kontrast, Strukturen und so weiter). Die gibt es in Photoshop auch. Aber der Clou sind die NIK-U-Points! Die gibt es in jeder NIK-Software: Man setzt einen Punkt ins Bild, legt einen Radius fest für den Bereich, auf den die Änderungen wirken sollen und kann über die Regler an dem Punkt Helligkeit, Kontrast und so weiter direkt einstellen. Dabei wählt der U-Point nicht einfach mit einer weichen Kante alles innerhalb des festgelegten Radius aus, sondern selektiert automatisch nach Farbbereichen und Kontrastunterschieden (=Kanten). Die Maske kann man sich auch anzeigen lassen und wenn man den Dreh einmal raushat, kann man damit in Windeseile und total einfach lokale Bildkorrekturen vornehmen. Ist ein Bereich fälschlichweise ebenfalls verändert also mit ausgewählt worden, ist das kein Problem: Man klickt einfach einen weiteren U-Point hinein und das ist korrigert. Sehr pfiffig, finde ich.

In Viveza 1 gab es nur die U-Points, da empfand ich Viveza tatsächlich als total überflüssig! Einfach weil die Korrekturen damit viel länger dauerten, als wenn ich das gleich in Photoshop gemacht hätte und die Möglichkeiten doch arg eingeschränkt waren. Jetzt kann man aber auch das gesamte Bild mit globalen Einstellungen vorkorrigieren. Dafür ist auch eine Gradationskurve hinzugekommen, mit der man auch einzelne Kanäle optimieren kann. Vom Komfort der Photoshop-CS4-Kurven ist diese aber noch ein ganzes Stück entfernt, wenn man mich fragt. Aber okay, das ist eine nette Dreingabe!
Neue Werkzeuge sind hinzugekommen! So zum Beispiel "Schattenanpassungen", was ungefähr dem Fülllichtregler von Adobe Camera RAW entspricht. Oder der Regler "Struktur" mit dem man wie in Tonal Contrast (Color Efex Pro) oder dem gleichnamigen Regler aus "Silver Efex" die Mikrokontraste verstärken kann. HDR-Look mit nur einem Klick sozusagen! Vor allem bei Schwarzweiß-Konvertierungen ist das wichtig. Aber dafür ist Silver Efex tatsächlich besser geeignet.
Nett finde ich, dass man jetzt nicht mehr nur direkt am Punkt mit Schieberegler einstellen kann, sondern auch im Einstellungsfeld rechts, wo man in Viveza 1 nur numerisch die Werte eintragen konnte. Das geht natürlich auch weiterhin.
Sehr schön ist auch die neue Möglichkeit, einfach mehrere Punkte zu setzen, die beispielsweise den Himmel korrigeren sollen, und diese zu einem Regler zusammenzufassen. Durch diese U-Point-Gruppierung sind Korrekturen für diese zusammenhängenden Bereiche wesentlich schneller angepasst, als wenn man das Punkt für Punkt machen müsste.
Was ich vermisse, wäre vielleicht so ein Verlaufsfilter wie in Camera RAW mit dem man graduell von Bildrändern ausgehend eine Art linearen Verlaufsfilter setzen kann.

Viveza hat aus meiner Sicht bei der Fotoptimierung zwei entscheidende Vorteile:
Meine volle Empfehlung hat das Plug-in hier vor allem für Bildbearbeitungseinsteiger, für Lightroom- und Aperture-Anwender und Fotografen, die unkompliziert ihre Bilder korrigieren wollen, ohne sich großartig in die Materie einzuarbeiten. Geeignet empfinde ich den VIveza-Weg für Bildkorrekturen vor allem für Fotografien, die nix mit Porträt zu tun haben – also Landschaft, Still-life, Menschen aus größerer Entfernung, HDR-Looks …

Weit fortgeschrittenen Photoshoppern wird auch Viveza 2 möglicherweise nur wenig Mehrwert bringen. Ich kann da nur für mich sprechen: Mich persönlich bremst das Plug-in aus! Wer einmal den Dreh in Photoshop raus hat, Ebenen und Shortcuts benutzt, ohne nachzudenken Bildbereiche auswählt und maskiert, mit Gradationskurven und Bildberechnungen jongliert, für den ist das Plug-in einfach nicht gemacht.
Nur: DAS lernt man nicht von heute auf morgen! Solchen Anwendern würde ich eher zum Testen der anderen NIK Plug-ins raten, die auch und vor allem Profis viel Zeit sparen (Kreativanwendung: Color Efex Pro, Silver Efex; Ein- und Ausgabe: Define und Sharpener!).
Aber testen kann nicht schaden! Macht das einfach und mal und schreibt mir eure Meinung!
LG Olaf (10dency)
olaf-giermann.de

In Lightroom kann man ja mit dem Korrekturpinsel auch schon ein bisschen maskieren und lokale Anpassungen vornehmen. Vielleicht nicht so genau und nicht so komfortabel. Da frag ich mich ob der Preis von Viveza 2 das wirklich wert ist?
Mhhh … ich denke nicht das er das ist. Zumindest nicht für den Autonormalverbraucher.
Für Profis welche viele Bilder haben und schnell bearbeiten müssen und dabei noch etwas individueller sein wollen könnt es womöglich etwas sein.
Ich freu mich echt auf Viveza
lg Calvin
Ich hatte jetzt im Text nichts über die wichtigste Sache gelesen – 64bit