Worum geht es heute: Ich habe mich schon oft gefragt, was ein gutes Bokeh ausmacht und wie man ein Bokeh evtl. aufwerten könnte.
Ich bin zu zwei (subjektiven) Schlüssen gekommen:
Dazu habe ich erstmal einen kleinen Test anhand einer Kerze und des 85mm f1.8 USM von Canon an einer Vollformatkamera (5D MKII) gemacht, den ich euch erstmal kurz präsentieren möchte:
| Aufnahme | Blende | jpg | cr2 |
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Analyse:
Wie man deutlich erkennen kann, hängt die Abbildungsform einer Reflektion oder Lichtquelle ab von der Blende, der Brennweite und den im Objektiv enthaltenden Blendenlamellen und von der Entfernung der Reflektion/Lichtquelle zum Fokuspunkt (auf den Testaufnahmen auf unendlich gestellt & ca. 30cm vom Objektiv entfernt).
Wie man auch erkennen kann, hat mein Objektiv 8 Blendenlamellen, denn die Reflektion sieht aus wie ein Stoppschild und hat 8 Ecken (jede Ecke steht für eine Lamelle).
Nun möchte ich mal kurz & knapp erklären wie es dazu kommt:
Die Linsen im Objektiv sind konvex (Licht-sammeld) und konkav (Licht-streuend) und zwischen ihnen ist die Blende (bzw. die Blendenlamellen) angebracht.
Je mehr die Blende geschlossen ist, desto mehr bündelt diese nochmals die Strahlen, wobei diese zielgerichteter werden und somit auch die Blendlamellen abbilden.
Bei Offenblende (hier 1.8) ist die Streuung noch zu groß, als das man die Blenden erkennen könnte.
Was heißt das nun für unsere Bruhes?
Wir brauchen verschiedene Bruhes … im Prinzip reichen schon 2 aus für den Anfang, da ein ausgeprägtes Bokeh meist bei Offenblende ensteht und dort die Lichtquellen sehr rund erscheinen, diverse Verformungen können wir mit Pinseloptionen nachahmen.
Den zweiten Pinsel müssen wir machen, damit wir auch geschlossenere Blenden simulieren können.
Wo könnte man diese Brushes einsetzen?
An dieser Stelle mache ich mal auf das Video2Brain Training von Marius Schwiegk aufmerksam: Das E-Klasse T-Modell
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Ich denke man sieht hier deutlich, dass Marius und die Art Direction viel Wert auf ein schönes Bokeh gelegt haben und auch genau an diesen Lichtreflektionen und Lichtquellen gearbeitet haben, wie genau, das beschreibt er in seinem Video-Training. Hier sind die "Dots" fotografiert, weil sie am Aufnahmeort vorhanden waren, wären sie das jedoch nicht, dann hätten sie händisch eingesetzt werden müssen und dazu hätte er sich entweder eine Foto-Vorlage gesucht oder mit Pinselspitzen gearbeitet (unterstelle ich ihm jetzt einfach mal |
| © JvM (Jung von Matt) |
Die Pinselspitze gestalten & erstellen
Bei der zweiten Pinselspitze, also der mit geschlossenerer Blende geht man genau vor, nur das hier die Grundform das "Polygonwerkzeug" (Shortcut "U") mit 8 oder 6 oder 10 (je nach Laune) bildet.
Hat man diese Form erstellt, rastert man diese Ebene und fährt genauso fort wie im Video beschrieben.
Und hier nun der erste Quick&Dirty Test mit der Pinselspitze:
An diesem Bild habe ich jetzt ca 20min gebastelt … könnte doch durchaus ein Scribble für eine Nachtscene sein, in der eine kleine Stadt vor Bergen aufleuchtet.
Wenn man jetzt auf mehreren Ebenen arbeitet für die "Dots", dann kann man das Ergebnis noch enorm verbessern, weil sich die einzelnen "Dots" schöner überlagern.
Die PSD dazu kann man hier downloaden: KLICK KLACK!

Wow, echt klasse Beitrag.
Vielen Dank
lg Calvin
Hey, den Beitrag finde ich sehr gelungen. Wird Zeit, dass ich das Onlinetraining mit der E-Klasse mal erwerbe.
Eine Anmerkung hätte ich aber, und zwar zu der erstellten Nachtszene am Ende: Es geht ja irgendwie nicht, dass die Dots, die vor den Bergen liegen, deutlich unschärfer als diese sind, oder täusche ich mich da? Aber für nur 20min Aufwand finde ich das Ergebnis schon ziemlich gelungen (nicht, dass ich das auch könnte – es gefällt mir halt)
LG,
Chris
hmm iwie ist das nicht ganz stimmig..
wie cmd schon schrieb müsste da mehr unscharf sein…bzw ein ding (haus auto mensch,etc) was dann scharf is und der hintergrund is komplett unscharf denn so entstehen ja die dots…
bei dem bild jetz müsste ja eignetlich eher sterne sein weil du ne durchgängige schärfe hast und somit kleine blende….
die dots sehn in der ps datei auch eher aus wie nasse kante pinsel…das ist auch unreal.
hoffe du weißt was ich meine.
gruß ben
DANKE für eure Kritik, ich werde mal schaun, ob ich es heute noch schaffe es nochmal zu überarbeiten
LG
Tino
Habs überarbeitet … ich denke es ist schon etwas besser.
Habe jetzt mal fix n CG-Car reingeworfen, damit man sieht, wo der Fokus ungefähr liegt.
werds gleich mal ausprobieren. mal schaun, wie es mit strukturiertem hg kommt. erst mal weichzeichnen und farben erhaschen um dann malen, malen, malen…
@tino
genau so ists cool
gruß ben
Hehe – freut mich, wenn es jetzt besser gefällt … ich hoffe ich komme über die Feiertage dazu, dass mal mehr auszubauen … in Richtung Marius …
Klasse Beitrag hätt ich den mal früher gehabt. Hatte nämlich genau diese Idee für ein Bild vor ein paar Tagen.
Interessanter Beitrag mit ausführlicher Information. Gefällt mir gut!
Danke,
Marcus
Hi Tino,
Sehr schöner Beitrag, danke dir!
Je nach Zweck würde ich noch den Rand ein bisschen variieren, eigentlich gilt allgemein ein Zerstreuungskreis mit möglichst wenig hartem Rand, der soft nach außen ausläuft, als "gutes Bokeh". Wobei man diese harten Ringe natürlich auch als Stilmittel nutzen kann (fällt mehr auf, manchmal will man das, wie bei dem JvM-Bild, oft findet mans ruhiger schöner).
Beispiel für so ein ruhiges, "gutes" Bokeh: http://www.dyxum.com/dforum/topic11330.html
Etwa der rote Sportwagen (RX-8?), da hat man harte Reflexionen, aber trotzdem nur ganz softe Zerstreuungskreise.
Grüße, Flash
hatte schön öfter mit dem Thema zu tun, ohne jemals den Begriff gehört zu haben. Damit versteht man das viel besser – echt was Neues! Vielen Dank auch für deine Mühe, das so klar aufzubauen.