Hi Leute,
Beautyretusche von Gesichtern ist ja im Grunde nix anderes als Schminken. Nur dass man viel mehr Möglichkeiten in Photoshop hat! ![]()

Aber eins haben echtes und digitales Schminken gemeinsam: Damit das gut und glaubhaft aussieht, muss man zum einen sein Werkzeug kennen und anwenden können und zum anderen natürlich entsprechende Erfahrung und Gespür für Licht, Schatten und Farbe mitbringen. Ein Werkzeug zu besitzen allein, reicht da noch lange nicht!
Wenn mir beispielsweise jemand einen Schminkkasten voller Utensilien wie Eyeliner, Puderdöschen, Maskara … *mehr Schmink-"Fachbegriffe" kenn' ich nicht!*
… hinstellen würde und ich sollte jemanden schminken – ich könnte nichts damit anfangen! Nix! Da sind Teile dabei, die ich noch nie im Leben gesehen habe und ich nur ahnen oder raten kann, wozu man sie eventuell einsetzen könnte. Ich kenne halt die Werkzeuge nicht, obwohl ich vielleicht ganz gut schminken könnte (digital geht's ja).
Mit Photoshop ist es das gleiche Prinzip. Es reicht nicht, nur das Werkzeug zu kennen oder nur Gespür für's Bild zu haben. Doch denken das viele Leute.
Wenn jemand fragt "Wie hast du das gemacht?" und jemand anders (z.B. ich
) antwortet "Mit Photoshop!", kommt oft als nächste Frage: "Und welche Version?" Genau das ist dieser Werkzeug-Glaube! Die Version oder das Programm ist auf das Ergebnis bezogen fast völlig irrelevant! Man braucht sich nur mal die Bilder anschauen, die von Könnern mit Photoshop 6 und früher erstellt wurden. Neuere Photoshopversionen verbessern "nur" (Anführungsstriche groß und fett!) die Einfachheit und Geschwindigkeit, mit der gute Ergebnisse erzielt werden können!
Man sollte sich von dem Gedanken trennen, dass man durch Highendsoftware automatisch bessere Bilder macht. Ich bin im Netz schon auf einige Leute gestoßen, die besitzen laut Bildbeschreibung – woher auch immer; wer will möge mal die Preise aufaddieren! – komplett jede 3D-Profisoftware (Maya, 3dmax, Cinema, Modo, ZBrush und so weiter) – und irgendwie kommt am Ende doch nix gescheites raus.
Um auf den Punkt zu kommen: Wenn man selbst mit den eigenen Bildern nicht zufrieden ist, sollte man das Problem nicht als erstes in der Software suchen, sondern seine eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern! Alles andere führt nur zu Frust.
Und um jetzt die Kurve zur Musik zu kriegen, zeig ich euch zwei Videos, die meinen Text mal verdeutlichen sollen. In beiden wird der "Lady Gaga"-Look aus ihrem "Bad romance"-Videoclip erzeugt. In einem Video sind Werkzeugkenntnis und Gespür vorhanden, im anderen (willkürlich natürlich!) eher weniger. Schaut selbst und nehmt noch ein paar Schmink- bzw. After-Effektstipps mit:
Tja und wie ich sagte: Genauso ist das auch mit Photoshop!
LG und bis zum nächsten Mal!
Olaf (10dency)
olaf-giermann.de
Da sprichst du mir mal wieder aus der Seele, Olaf! Ich kann mit dieser Haltung auch absolut nichts anfangen, vor allem gibts das Phänomen ja nicht nur in Bezug auf Software, sondern ebenso krass -wenn nicht sogar noch schlimmer- auch bei der Hardware (im Bereich der Fotografie ists ja besonders heftig). Und selbst bei so banalen Dingen wie Sportartikeln gibts Leute, die überzeugt sind, sie könnten plötzlich besser Fußball spielen, nur weil sie sich die teuersten Schuhe gekauft haben o.O So ein Quark…
Schöner Post, danke!
Hey Olaf,
wahre Worte, und das läßt sich beliebig fortsetzen wo es um "handwerkliches" geht. Ob Fotograf, Tischler oder Steinmetz z.B., wer sein Werkzeug nicht beherrscht wird niemals etwas vernünftiges zustande bringen.
Mit Kameras ist das genauso.
Viele Grüße
Christian
Danke für's Feedback!
Jetzt habe ich mir doch tatsächlich die beiden Videos hier und den Originalclip von Bad Romance komplett reingeschraubt
(Es hat sich nicht gelohnt)
Olaf, das Phänomen der "Werkzeuggläubigkeit" ist ja nicht neu… Mich persönlich wundert es nicht.
Spätestens seit ich Lao Tze, Konfuzius und mind. 6K-alten Sumerer- und Bibel-"Kram" lese glaube ich zu wissen, dass man auf menschlich-psychologischer Ebene eigentlich nix neues mehr auf den Tisch legen kann. Wenn du da mal was neues für mich beisteuern könntest, würde ich mich sehr über deine Nachricht(en) freuen, Henrik!
In allen anderen Dingen kann man aus wirklich jeder Sache etwas dazulernen. Sei es als inspirierendes, nachahmenswertes oder abschreckendes Beispiel! Nur, wenn man will oder kann – klar!
is ja beim fotografiern nicht anders…
geiles bild !bestimmt ne teure kamera oder?so eine brauch ich auch!
standartsatz und schon xmal gehört….
gruß ben
Coole Videos und wahre Worte.
Hmmm… da muß ich mich wohl auch angesprochen fühlen, da ich ja einer der jenigen im Netz bin, der zumindestens mit den von Dir beschriebenen Programmen Arbeitet.
Ich sags mal so… ist nur ein Beispiel…
Klar kann man jetzt mit Cinema auch Charaktere, organische Objekte oder Landschaften erstellen usw.
Aber warum nicht ZBrush oder Mudbox verwenden wenn es um Charaktere geht?
Zumal man in ZBrush oder Mudbox wesentlich einfacher und schneller ein Organisches Objekt erstellen kann und extra dafür ausgelegt sind.
Oder warum die Landschaftsrenderings nicht mit Vue erstellen, um zum gleichen Ergebniss zu kommen bräuchte ich 25 Schritte mehr in Cinema als in Vue.
Das gleiche ist mit Modo, schon das Handling sowie die Kamerasteuerung usw. ist zum Teil besser als in Cinema auch was das erstellen der Objekte betrifft.
Klar ist auch, 90 % der Leute haben die Progis von überall her nur nicht vom Hersteller selbst.
Aber die uns bekannten großen Künstler haben zu den Anfängen auch kein einziges Programm legal erworben und es gibt einige große Künstler die das auch heute offen zu geben.
Aber hätten sie es nicht gemacht, wer weiß ob sie jemals groß geworden wären.
Um das ganze mal etwas zu unterschtreichen…
man wird kaum solche Arbeiten erstellen können wie von diesem Herren, wenn man sich nicht mit all den von Dir beschriebenen Programmen auseinandersetzt.
http://www.neilblevins.com/artgallery/artgallery_thumbnails_by_category.html
Klar, noch bin ich dahingehend wenn ich ehrlich bin auch noch ein Stümper, aber ich Lerne jeden Tag neues dazu und versuche jedes der Programme in den nächsten Jahren zu beherrschen, ob es mir gelingt, wird sich rausstellen.
Stimmt, Marco, jetzt wo du es schreibst – bei dir hab ich auch mal ne lange Programmliste gesehen.
).
Zum einen geb ich dir Recht, dass viele mit unlizensierter Software anfangen – gerade bei Photoshop. Ich hatte da das Glück Photoshop an der Uni hoch. und runterprobieren zu können, bevor ich es kaufte. 30 Tage Testzeitraum sind da doch sehr kurz.
Was ich aber anders sehe, ist dass man für geile Arbeiten sofort die komplette Leiste an Programmen braucht. Schon rein didaktisch gesehen. Lieber weniger Programme richtig beherrschen, als alle ein bisschen. Schon wegen der unterschiedlicher Strategien der einzelnen Programme, verzettelt man sich da leicht. Irgendwann merkt man dann schon wo es hapert und wo eine Ergänzung fehlt. Ich hab zum Beispiel schon fest ZBrush eingeplant. Werd ich mir sicher noch dieses Jahr irgendwann kaufen. Mudbox hab ich getestet und fühlt sich für mich extrem fremd an. Irgendwann werd ich auch um Maya nicht herumkommen, falls ich mal Animationen machen möchte, das hat auch so nette Features wie Partikel und Stoffsimulationen und und und (fühlt sich aber genauso doof an wie Mudbox
Also ich schließe keinesfalls aus, irgendwann auch alle genannten Programme zu besitzen – aber für mich ist klar: Eins nach dem anderen.
LG Olaf
Ja Olaf, ich verstehe Dich sehr gut, weiß auch wie Du das meinst und kann Dir nur Recht geben.
"Eines nach dem anderen…" trifft den Nagel auf den Kopf und ich muß schon zugeben, das ich auch erstmal alles an Programmen haben wollte.
Mittlerweile bin ich aber auch angekommen und verwende ZBrush nur für Organische Objekte, Mudbox mochte ich im übrigen auch nicht, da war ich froh als die 30 Tage abgelaufen waren.
Wenn es generell um 3D Sachen geht, verwende ich nur noch Modo, weil ich festgestellt habe das mir das Progi am besten liegt.
Aber ich möchte nicht die Vorzüge des AR´s sowie Bodypaint von Cinema 4D missen. Von daher bleibe ich jetzt bei ZBrush, Cinema, Modo, sowie Photoshop.
Ich denke, das reicht auch.
Ich kringel mich immer noch. Das erste Video ist ja wirklich sehr klasse und professionell. Das zweite scheint dann wohl die Parodie auf´s erste zu sein.
Mit der Werkzeuggläubikeit hast Du natürlich recht Olaf. Mir ging es nicht anders. Ob es nun eine bessere Kamera oder bessere Objektive waren oder im Photoshop die neuere Version. Man läßt sich da leicht täuschen und spielt sich selbst vor dadurch bessere Bilder zu machen.
Der Vorteil – wenn man mal eingesehen hat daß dem nicht so ist – man kann die gesparte Kohle für andere Dinge ausgeben. Im Falle eines Objektivs das 1200 Eur kosten würde z.B. für ca. 240 Online Schulungen bei Photoshop Nonstop
LG Martin